Grabungen am Ulrichsplatz – Ein Verlust-Geschäft

Bei den inzwischen abgeschlossenen Ausgrabungen am Ulrichsplatz 17 kamen unter anderem die Überreste einer wohl vom 16. bis ins 19. Jahrhundert genutzten, holzverschalten Latrine zum Vorschein.
Aus der untersten Einfüllschicht stammt ein Münzfund mit etlichen eng beieinander gelegenen, stark zusammen gebackenen Bronzemünzen und zwei Goldmünzen. Die Bronzemünzen sind sehr schlecht erhalten, Anhaltspunkte für deren Datierung können hoffentlich nach erfolgter Restaurierung gewonnen werden.
Bei den Goldmünzen handelt es sich um zwei Ecu d´or au soleil, beide zwischen 1498–1515 unter König Louis XII von Frankreich geprägt. Auf dem Avers ist jeweils LVDOVICVS DEI GRATIA FRANCORVM REX und auf dem Revers XRS VINCIT XRS REGNAT XRS IMPERAT zu lesen.
Aufgrund der Punktmarken unter dem 12., bzw. dem 14. Buchstaben der umlaufenden Schrift ist die eine Münze in Lyon, die andere in Troyes geprägt worden.
Als diese Münzen im Umlauf waren, bewohnte der wohlhabende Kaufmann Lukas Meuting mit seiner Familie das Anwesen. Ob ihm selber beim Verrichten seines Geschäfts der Münzbeutel in die Latrine fiel oder einem seiner Familienangehörigen oder Gäste lässt sich nicht mehr ermitteln. Fest steht nur, dieser Toilettengang war für den Betroffenen mit Sicherheit ein Verlust-Geschäft.

Bronze- und Goldmünzen aus der Latrine am Ulrichsplatz
Bronze- und Goldmünzen aus der Latrine am Ulrichsplatz
Erhaltene Holzverschalung der Latrine
Erhaltene Holzverschalung der Latrine

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