Edward Steichen / Jean-Noël Schramm Portraits d’Artistes. Künstlerporträts im Dialog

23. März bis 11. Mai 2014

Edward Steichen, Loretta Young, 1931, Musée national d’histoire et d’art Luxembourg
Edward Steichen, Loretta Young, 1931, Musée national d’histoire et d’art Luxembourg

In zwei parallelen Präsentationen widmet sich das H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast dem Genre des fotografischen Künstlerporträts. Die eine Ausstellung zeigt dabei Aufnahmen von Edward Steichen (1879-1973), einem der wohl einflussreichten Fotografen des 20. Jahrhunderts, aus der Sammlung des Musée National d’Histoire et d’Art Luxemburg. Die zweite präsentiert mit den Bildern des in Hohenschwangau geborenen Fotografen Jean Noël Schramm (*1959) eine Erweiterung des Genres in die Kunst der Gegenwart.

Edward Steichen (1879-1973) begriff die Fotografie als eine künstlerische Ausdrucksmöglichkeit.  Sein  Œuvre beginnt um 1890 mit atmosphärischen Porträtaufnahmen und erreicht einen Höhepunkt mit avantgardistischen Modefotografien sowie glamourösen Starporträts der 1920er- und 1930er-Jahre für  „Vogue“ und „Vanity Fair“. Er porträtierte New Yorker Berühmtheiten, Hollywood-Stars, Bühnen- und Filmschauspieler aber auch Künstler und Literaten. Zu seinen „Modellen“ zählten unter anderem Auguste Rodin, Constantin Brancusi, Franz von Lenbach, Henri Matisse, Charles Chaplin, Marlene Dietrich, Greta Garbo, Thomas Mann und Richard Strauss.

 

 

 

Jean-Noël Schramm, Ai Weiwei, Peking, 2014
Jean-Noël Schramm, Ai Weiwei, Peking, 2014

Wie Edward Steichen porträtiert auch der 1959 geborene, in Bremen und Athen lebende Fotograf Jean-Noël Schramm Künstler. Während einer mittlerweile mehr als 25 Jahre andauernden Arbeit an diesem Genre ist inzwischen ein eindrucksvolles fotografisches Werk entstanden, das eine unverkennbare künstlerische Handschrift trägt. Neben den zahlreichen bildenden Künstlern, die Schramm weltweit in ihren Ateliers und Wohnorten aufgesucht und porträtiert hat, zählen auch Schauspieler, Musiker, Filmemacher, Philosophen sowie andere berühmte Persönlichkeiten zu seinen Modellen – Louise Bourgeois, Henri Cartier- Bresson, Jeff Koons, David Lynch, Helmut Newton, Yoko Ono, Leni Riefenstahl, Paul Virilio und Ai Weiwei gehören neben vielen weiteren dazu. In Schramms Fotografien tritt uns ein ausgeprägter Sinn und ein intuitives Gespür für das Erfassen des Augenblicks entgegen. Die Spontanität des erfassten Moments und der situative Charakter seiner Porträtfotografien schwingen trotz des auch bei ihm stets vorhandenen inszenatorischen Anteils unverkennbar mit. Man merkt seinen Fotos den direkten – meist kurzen aber intensiven – Dialog zwischen Fotograf und Fotografiertem an, was den eigenen Charakter seiner Fotos wesentlich mitbestimmt.

 

Mit Edward Steichen und Jean-Noël Schramm treten sich in der Ausstellung Portraits d’Artistes zwei Fotografen gegenüber, die die große Tradition eines fotografisch-künstlerischen Genres über eine Zeitspanne von fast einem Jahrhundert in einen Dialog ganz eigener, unterschiedlicher Auffassungen bringen. Große Künstlerpersönlichkeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind im Spiegel berühmter Künstler der Gegenwart zu sehen und umgekehrt.
Portraits d’Artistes
ist ein in dieser Konstellation noch nicht dagewesenes, aufregendes Ausstellungserlebnis.

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