Kathrina Rudolph

Kathrina Rudolph, Installation Paperballs, Neue Galerie im Höhmannhaus, 2011

Something Missing?

14. April - 5. Juni 2011

Kathrina Rudolph verarbeitet in der Ausstellung Something Missing? ihre persönlichen Eindrücke aus Bangladesh, sowie die Bilderflut, mit der wir tagtäglich in der Presse konfrontiert werden. Im Fokus ihrer Arbeiten stehen die Frau in der Gesellschaft und die Darstellung von weiblichen Akteuren in der Presse.

Seit 2006 reiste Kathrina Rudolph drei Mal nach Bangladesch, um die Lebensweisen der Frauen im Land näher kennenzulernen und sie künstlerisch zu verarbeiten. Die aufwendige Technik der Tafelmalerei, der sie sich zur Erstellung dieser Arbeiten bedient, gibt dem vergänglichen Zeitungsbild oder Foto einen neuen Status. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft, in der westlichen Welt sowie im arabischen Raum, erhebt sie auf diese Weise zu zeitgenössischen Ikonen.

In der Serie „Something´s missing“ zeigt sie die Ambivalenz zwischen dem vermittelten Bild über die Lebensweisen der Menschen und ihren eigenen Erfahrungen.
Die Serie „Frauen aus Bangladesch I“ ist auf Basis von vor Ort geführten Interviews mit Frauen unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten, Religionsangehörigkeit und unterschiedlichem Alter entstanden. Das Muster des Sari im Hintergrund der Porträts stellt die Charakterisierung der Persönlichkeit und ihrer Geschichte dar.
Diesen Arbeiten, die als Prototypen von individuellen Eigenschaften stehen, stellt Kathrina Rudolph die fünfteilige Serie „Schöne Frauen“ gegenüber. Zu sehen sind Porträts von westlichen Frauen, die auf der letzten Seite arabischer Zeitungen abgedruckt waren. Sie stehen für wenig authentische, jedoch populäre Merkmale, die die Gesellschaft vorgibt.
Einen sehr freien Zugang auf Kathrina Rudolphs persönliche Eindrücke in Bangladesch zeigt die Serie „Frauen aus Bangladesch III“.
Die Installation „Paperballs“ wirft einen kritischen Blick auf die Darstellung von Frauen, beispielsweise Politikerinnen, Schriftstellerinnen oder Künstlerinnen, in der Presse.
„Ikonen des Krieges“ stellt das Entsetzten und die Traumatisierung der Menschen, insbesondere von Frauen, infolge des Irakkriegs dar. Die Vorlagen für diese Serie von Kohlepausen auf Holz sind Zeitungsbilder deutscher und arabischer Zeitungen aus dem Jahr 2004.

Kathrina Rudolph, geboren 1961 in Esslingen/N., studierte an den Kunstakademien in Nürnberg und München. Seit 1999 lebt und arbeitet sie in Augsburg.

 

Frauen aus Bangladesch I, neunteilige Serie, jeweils o. T., 2007