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Herold, Jörg

*1965 in Leipzig
lebt und arbeitet in Berlin und Rothspalk (Mecklenburg)

 

Tatarenlegende

Jörg Herold bezieht sich in seinem Bild auf die Legende um den Absturz von Joseph Beuys 1944 auf der Krim und dessen Zeit bei den Tataren, die ihn gesund gepflegt haben sollen. Erneut betreibt er damit forschend-malende Erinnerungsarbeit, die auch in anderen Strängen seines Werkes tief verankert ist. Zwar im Bezug auf eine andere Werkgruppe, doch insgesamt durchaus repräsentativ formulierte Catherine David dieses Charakteristikum so: In berechtigtem Misstrauen gegenüber den Denk- und Mahnmalen, die überdeutlich die Lüge des reinen Gewissens verkünden, operiert Herold mit viel Geduld und Verantwortung, manchmal auch mit hohem Risiko, an sowohl realen wie imaginären Orten des Erinnerns, verfolgt die Spuren der Geschichte oft bis ins letzte, kleinste Detail, um Fragen am Leben zu erhalten und anders als ausschließlich durch spröde dokumentarische Fakten Gedächtnisgänge zu provozieren (in: Jörg Herold. Ausst.-Kat. Leipzig, Museum der bildenden Künste 1999, S.48).

2002 80 x 100 cm Gouache, Acryl, Beize auf Leinwand