Überreste eines mittelalterlichen Abwasserkanals in der Philippine-Welser-Straße

Holzpfähle und eine Bohle der spätmittelalterlichen Kanalbefestigung

Bei der Neuverlegung einer Wasserleitung stießen Bauarbeiter Ende März in der Philippine-Welser- Straße in etwa eineinhalb Meter Tiefe auf eine Reihe von Holzpfählen, die senkrecht im schlammigen Untergrund steckten.
Diese Stämme samt einiger waagrecht liegender Bohlen dienten einst zur Befestigung eines künstlich angelegten Wasserkanals, die immer wieder ausgebessert werden musste, wie die dicht beieinander stehenden Pfähle aus Fichten-, Eichen- und Tannenholz zeigen.

Von allen 22 Hölzern, die in dem sehr kleinen Ausschnitt aufgedeckt wurden, hat man jeweils eine Scheibe abgesägt, um sie mithilfe der Jahrringchronologie zu datieren.
Allerdings konnten nur bei vier Tannenhölzern, die jedoch nicht zur ältesten Bauphase gehörten, Fälldaten von 1309, 1317 und zweimal von 1343 ermittelt werden.

Der Wasserkanal führte vermutlich auf den bekannten und schon früher weiter nördlich an mehreren Stellen aufgedeckten Mettlochkanal zu, der später massiv mit Tuffsteinen und Ziegelsteinen ausgebaut wurde.
Da natürliche Wasserläufe auf der Augsburger Hochterrasse fehlen, weist diese Entdeckung in der Fußgängerzone auf ein vielleicht schon im Mittelalter existierendes, weit verzweigtes, teilweise unterirdisches Kanalsystem hin, das neben dem Schmutzwasser der Anlieger vor allem nicht versickerndes Oberflächenwasser sammelte und ableitete, und somit half, Straßen und Plätze trockenzulegen.

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