Florian Balze

oder oder auch

Florian Balze in der Neuen Galerie im Höhmannhaus

22.01. – 28.02.2010

Sind Florian Balzes Arbeiten funktional ODER skulptural? Kunst ODER Design? AUCH Alltagsgegenstand? Diese Grenzen verschwimmen in der Ausstellung „oder oder auch“ des in Augsburg geborenen Künstlers Balze, die vom 22. Januar bis 28. Februar in der Neuen Galerie im Höhmannhaus in Augsburg zu sehen ist.

Florian Balzes Arbeiten erinnern zunächst an Kunst oder Dekoration am Bau aus Zeiten, in denen die Ästhetisierung des Alltags auch nicht vor gesichtslosen Großbauprojekten der Nachkriegszeit halt machte. Die Formensprache ist ebenfalls angelehnt an längst vergangene Zeiten – der Retro-Look der Werke zwischen Kunst, Architektur und Dekoration zeigt Stilelemente des Kubismus und Konstruktivismus. Der Titel „oder oder auch“ bezieht sich in Balzes aktueller Ausstellung in der Neuen Galerie im Höhmannhaus neben der Grenze zwischen Bildender und Angewandter Kunst auf das Thema der Alternative. Das auf einem Foto gezeigte Modell eines Raumteilers stellt eine frühere Version des letztendlich ausgestellten Rollenparavents dar. Ein präsentiertes Relief aus verschiedenfarbigen Dreiecken ist eine Weiterentwicklung eines auf einem Foto dargestellten Paravents. Balze zeigt auf, dass das bisweilen pathetisch unumstößliche des „großen Kunstwerks“ hinterfragt werden kann: Könnte das Werk anders aussehen? Und welchen Wert hat das Modell gegenüber dem „vollendeten“ Kunstwerk?

Der gebürtige Augsburger und heute in Berlin lebende Künstler Florian Balze lernte nach einem Studium der Archäologie bei Fridhelm Klein und Ben Willikens an der Akademie der Bildenden Künste, München. Nach einem DAAD-Stipendienaufenthalt in London, absolvierte er einen Master of Fine Arts am Goldsmith College, London. 2003 erhielt er die Debütantenförderung des Freistaates Bayern. Seit 1996 sind seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in Berlin, München, London, Paris und Helsinki zu sehen.