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Passow, Beate

*1945 in Stadtoldendorf
lebt und arbeitet in München

 

Lotuslillies

Im Jahr 2000 unternahm Beate Passow eine Reise in die Provinz Yunnan im Westen Chinas, um dort die letzte Generation von Chinesinnen mit eingebundenen Füßen, sogenannten Lotuslillies, aufzusuchen. Dabei entstand eine Serie von Fotografien, die die Frauen in ihrer heimisch traditionellen Umgebung oder im heutigen China zeigen: am Swimmingpool, in der Hotellobby, beim T’ai Chi, am Billardtisch.

‚Lotusfüße’ – so die verharmlosende Bezeichnung der durch das Einbinden verursachten Verkrüppelungen – galten in ihrer tausendjährigen Geschichte nicht als verstümmelt, der daraus resultierende trippelnde Schritt erschien vielmehr als erotisch besonders reizvoll. Erst nach der kommunistischen Revolution durch Mao wurde die Tortur des Bindens untersagt.

Beate Passows Fotografien sind sehr persönliche Annäherungen und führen Aspekte unterschiedlicher Ebenen dieses Phänomens zusammen. Sie zeigen durch den künstlerischen Blick eine gesellschaftshistorische gewachsene Erscheinung kurz vor ihrem Verschwinden.

2000 140 x 120 cm Cibachrome